Sicher und fit am PC Sicherheit Seite drucken

Sicherheit bei Bau und Einrichtungen

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Sicher und fit am PC
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Wohlbefinden und Gesundheit können bei der oft stundenlangen Nutzung der EDV mit unzureichend gestattetem Arbeitsumfeld erheblich beeinträchtigt bzw. nachhaltig geschädigt werden. Das belegen Erkrankungen wie Sehnenscheidenentzündungen, Nacken- und Kopfschmerzen. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, sich auch im Schulbereich mit der ergonomischen Gestaltung von Computerarbeitsplätzen zu befassen.
Anforderungen an den Unterrichtsraum
Bei der Auswahl des Raumes ist darauf zu achten, daß er möglichst an der nordseitigen Fensterfront liegt. Räume mit südseitiger Fensterfront weisen eine zu starke Sonneneinstrahlung auf und sind deshalb für den Rechnereinsatz aufgrund der schlechteren Beleuchtungsverhältnisse weniger geeignet. Blendung und Spiegelung, auch bei nordseitigen Räumen, lassen sich durch das Anbringen von Sonnenschutzeinrichtungen, wie z.B. Filterrollos, Jalousien mit möglichst vertikalen Lamellen oder Vorhängen in Pastellfarben, vermeiden. Aufwendige Einbruchsicherungen an den Fenstern können bei einer Lage des Computerfachraumes in den oberen Geschossen entfallen.

Kabel und Zuführungen dürfen nicht zu Stolperstellen und damit zum Unfallrisiko werden. Deshalb ist bei der Elektroinstallation (nur durch Elektrofachkräfte) und der Einrichtung der Räume z. B. auf Boden- bzw. Wandkanäle oder Deckenverteilungen zu achten. Tischverteiler haben auf dem Fußboden nichts zu suchen.
Anforderungen an die Arbeitsplätze
Sowohl bei der Einrichtung der Rechnerarbeitsplätze als auch bei der Beschaffung der technischen Geräte sind ergonomische Aspekte zu beachten.

So soll der Bildschirm oder Monitor strahlungsarm und flimmerfrei sein. Diese Anforderungen sollten schon in der Ausschrei
bung als ein fester Bestandteil formuliert werden. Monitore, die die Prüfvorschrift TCO 92, bei älteren Geräten MPR 11 erfüllen, entsprechen diesen Anforderungen. Moderne Bildschirme weisen eine entspiegelte Bildschirmoberfläche auf. Die Bildschirmgröße sollte mindestens 15 Zoll betragen. Bei PC Anwendungen, die größere Monitore erfordern, ist auch der größere Platz- und Raumbedarf zu berücksichtigen.

Bei der Auswahl der Tastatur sollte man darauf achten, daß diese ein geneigtes und leicht bedienbares Tastaturfeld hat. Entsprechend der heutigen Software sollten die Computerarbeitsplätze mit Maus und den dazugehörigen Mauspads ausgestattet werden.

Der richtigen Auswahl von Tischen und Stühlen kommt eine große Bedeutung zu, denn die Körpergrößen von Schülerinnen und Schülern, die Computerarbeitsplätze nutzen, differieren ziemlich stark. Eine krumme Körperhaltung ist ermüdend und gesundheitsschädigend. Solche Gesundheitsschäden treten übrigens nicht sofort auf, sondern machen sich oft erst nach der Schulzeit bemerkbar.

Generell ist darauf zu achten, daß das Mobiliar robust und verschleißfest und mit wenigen Handgriffen einstellbar ist.

Stühle in EDV-Räumen sollten in der Sitzhöhe von 42-52 CM verstellbar sein, ein Fußkreuz mit 5 Rollen oder Füßen aufweisen, drehbar sein und eine Rückenlehne mit Lendenwirbelstütze haben. Höhenverstellbare Rückenlehnen sind ergonomisch sinnvoll.

Die Tische sollen mindestens 8o cm (besser wären 90 cm) tief sein.

Nur unter den genannten Voraussetzungen ist es möglich, an jedem Arbeitsplatz und für jeden Schüler eine ergonomische Sitzhaltung zu gewährleisten (Abb. 2). Selbstverständlich muß jeder Schüler über seine optimale Sitzposition Bescheid wissen und sie vor Beginn der Bildschirmarbeit selbst einstellen.

Bei der Einrichtung der EDV-Arbeitsplätze ist die ergonomisch beste Variante, wenn die Blickrichtung zum Bildschirm parallel zur Fensterfront verläuft. Das reduziert die Direktblendung durch die Fenster und Spiegelungen der Fensterfront auf der Bildschirmoberfläche erheblich. Werden aus pädagogischen Gründen andere Arbeitsplatzanordnungen gewählt, ist der Blendschutz sicherzustellen.

Eine andere Ursache für Blendungen liegt im Beleuchtungssystem des Rechnerraumes. In vielen Räumen, die zuvor für andere Zwecke genutzt wurden, ist das Beleuchtungssystem schon installiert, und eine Neugestaltung ist nicht in jedem Falle sofort realisierbar. Bei Neueinrichtungen ist eine gleichmäßige und blendungsfreie Deckenbeleuchtung anzustreben, um bei Bedarf die Arbeitsplatzanordnung verändern zu können.

Der Abstand zwischen den einzelnen Sitzreihen sollte mindestens 100 cm, besser 120 cm betragen, damit die Schüler am Arbeitsplatz eine ausreichende Bewegungsfläche haben und der Lehrer zwischen den Reihen die einzelnen Arbeitsplätze erreichen kann.

Anforderungen aus pädagogisch-didaktischer Sicht
Rechnerarbeitsplätze in Schulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer ergonomischen Anforderungen von denen in der Wirtschaft und Industrie dadurch, daß das Unterrichtsgeschehen von jedem Rechnerarbeitsplatz aus jederzeit verfolgbar sein muß und die Rechnerarbeit in das Unterrichtsgeschehen eingegliedert ist.

In vielen Rechnerräumen ist zu beobachten, daß die Schüler aufstehen oder sich verrenken müssen, um die Lehrkraft oder die Tafel sehen zu können, weil die Bildschirme auf dem Rechnergrundgerät stehen. Ein zu hoch aufgestellter Bildschirm zwingt außerdem kleinere Schüler, den Kopf in den Nacken zu legen, um den oberen Bildschirmbereich erfassen zu können. Dadurch treten erhebliche Belastungen im Nacken- und Schulterbereich auf, die zu Kopfschmerzen und Rückenschmerzen führen können.
Der Monitor darf deshalb auf keinen Fall auf das Rechnergrundgerät gestellt werden.

Ist der Platz auf dem Tisch zu gering, können z.B. zwei Grundgeräte aufeinandergestellt oder unter dem Tisch aufgestellt werden.

Eine wichtige pädagogische Aufgabe besteht darin, den Schülern nicht nur den richtigen Umgang mit dem Rechner und der Software, sondern auch mit Tisch und Stuhl beizubringen und auf eine richtige Sitzhaltung (dynamisches Sitzen) hinzuwirken. Das prägt das Verhalten der Schüler für das "Rechnerleben" zu Hause und im späteren Beruf.

Für die ergonomische Einrichtung des Bildschirmarbeitsplatzes, das Erlernen des dynamischen Sitzens und für Ausgleichsgymnastik steht heute eine breite Palette von Lernprogrammen zur Verfügung. Durch ihre zum Teil lustige Art sprechen sie Kinder und Jugendliche besonders an.

Wechselnde Belastung der Muskulatur durch "Dynamisches Sitzen" beugt körperlichen Beschwerden vor. Darum sollte man während der Arbeit am Rechner immer wieder die Sitzhaltung verändern:

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Abb. 1: Dynamisches Sitzen

1 leicht zurückgelehnt,

1 aufrecht,

PC-Unterrichtsräume: worauf ist zu achten?

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Abb. 2: Beispiel für eine ergonomische Sitzhaltung

Stuhl- und Tischhöhe müssen an die Körpergröße angepaßt sein. Bei nicht höhenverstellbaren Tischen orientiert sich die richtige Einstellung der Sitzhöhe am rechten Winkel zwischen Ober- und Unterarm. Sollten dann die Beine den Boden nicht mehr erreichen, sind insbesondere für kleine Schülerinnen und Schüler Fußstützen notwendig.

Autoren
Dr. Carola Kästner, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin - BAuA, Dresden
Dr. C.-D. Ahnert, Zentralstelle für Normungsfragen und
Wirtschaftlichkeit im Bildungswesen - ZNWB, Berlin
Sachgebiet "Bau und Einrichtung" der Fachgruppe "Bildungswesen"

Literaturhinweis
Scholz, Manfred; Fachraum für informationstechnischen Unterricht,
Handreichung zu Bau und Ausstattung an allgemeinbildenden Schulen
ZNBW, Schillerstraße 9-10, 10785 Berlin, 1989.

Sichere und gesundheitsgerechte Gestaltung von
Bildschirmarbeitsplätzen. GUV 50.12. BAGUV, München 1997.

Unfallkasse Schleswig-Holstein
Seekoppelweg 5a - 24113 Kiel
Telefon (0431) 64 07-0
Telefax (0431) 64 07-250

Herausgeber: Bundesverband der Unfallkassen e.V., Fockensteinstraße 1, 81539 München - Stand April 1998 - Bestell-Nr. GUV 20.48


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Paragraf – Schulrecht für Schleswig-Holstein